
Der schönste Roadtrip rund um Amsterdam für Genießer
Haarlem, Zaanstreek & Amsterdam – drei genussvolle Tage voller Geschichte, Kulinarik und niederländischer Lebensart
Amsterdam kennt jeder. Doch nur wenige Kilometer außerhalb der Hauptstadt beginnt eine Region, die mindestens genauso faszinierend ist – und dabei deutlich entspannter.
Wer einen Städtetrip nach Amsterdam plant, sollte sich unbedingt ein paar Tage mehr Zeit nehmen. Denn rund um die niederländische Hauptstadt warten historische Städte, beeindruckende Windmühlen, traditionsreiche Manufakturen und eine überraschend vielseitige Genusslandschaft darauf, entdeckt zu werden. Haarlem begeistert mit mittelalterlichem Charme und kreativer Gastronomie, die Zaanstreek erzählt die Geschichte der niederländischen Industrie und in Amsterdam selbst bildet das berühmte Grachtenviertel den perfekten Abschluss eines abwechslungsreichen Kurztrips.
Das Beste daran: Für diesen Roadtrip wird nicht einmal ein Auto benötigt.
Mit KLM geht es bequem zum Flughafen Amsterdam Schiphol, einem der wichtigsten Drehkreuze Europas. Von dort verbindet der niederländische NS Sprinter den Flughafen innerhalb weniger Minuten mit dem Amsterdam Centraal. Wer anschließend weiter nach Haarlem fährt, erreicht die historische Stadt in rund 15 Minuten. Die Tickets kosten – je nach Verbindung – lediglich rund sechs Euro pro Strecke. Dank der hervorragend ausgebauten Bahnverbindungen lassen sich sämtliche Stationen dieses Roadtrips komfortabel und nachhaltig mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen.
Gerade für einen verlängerten Wochenendtrip ist die Amsterdam Region deshalb eines der spannendsten Reiseziele Europas.
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Tag 1: Haarlem – Historisches Flair, versteckte Innenhöfe und eine der spannendsten Genussstädte der Niederlande


Wunderschönes Haarlem bei Sonnenuntergang. re. Molen De Adriaan
Wer Amsterdam besucht, sollte sich unbedingt einen Tag Zeit nehmen, um Haarlem kennenzulernen. Nur rund 20 Kilometer westlich der niederländischen Hauptstadt gelegen, verbindet die ehemalige Handelsstadt alles, was einen gelungenen Städtetrip ausmacht: beeindruckende Geschichte, kulturelle Highlights, ausgezeichnete Gastronomie und eine entspannte Atmosphäre, die man in Amsterdam selbst oft vergeblich sucht.
Dank der hervorragenden Bahnverbindungen ist Haarlem in weniger als 20 Minuten vom Amsterdam Centraal erreichbar. Wer direkt am Flughafen Schiphol landet, kann sogar ohne Umweg starten. Ein Mietwagen ist für diesen Roadtrip nicht nötig – die gesamte Route lässt sich bequem mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen.
Schon nach wenigen Schritten durch die historische Altstadt wird klar, warum Haarlem von vielen Niederländern als eine der schönsten Städte des Landes bezeichnet wird. Kopfsteinpflaster, kleine Grachten, liebevoll restaurierte Giebelhäuser und zahlreiche unabhängige Geschäfte verleihen der Stadt ihren besonderen Charakter. Anders als Amsterdam wirkt Haarlem deutlich ruhiger und authentischer – ideal, um sich einfach treiben zu lassen.
Eine Stadt voller Geschichte
Haarlem erhielt bereits im Jahr 1245 die Stadtrechte und entwickelte sich im Goldenen Zeitalter zu einer der wohlhabendsten Städte der Niederlande. Bierbrauereien, Tuchhandel und bedeutende Druckereien machten Haarlem über Jahrhunderte zu einem wirtschaftlichen Zentrum. Gleichzeitig zog die Stadt Künstler, Wissenschaftler und Kaufleute an.
Heute erinnert noch vieles an diese Zeit. Mittelpunkt der Altstadt ist der Grote Markt, einer der schönsten Plätze des Landes. Hier erhebt sich die imposante Grote oder St.-Bavokerk, deren berühmte Müller-Orgel bereits von Wolfgang Amadeus Mozart gespielt wurde. Rund um den Platz laden historische Cafés, kleine Restaurants und Wochenmärkte zum Verweilen ein.
Wer Haarlem besucht, sollte sich jedoch nicht nur auf die bekannten Sehenswürdigkeiten konzentrieren. Gerade die versteckten Gassen machen den besonderen Reiz der Stadt aus.



Groote Markt, Haarlem
Hofje van Bakenes
Teylers Hofje
Die Hofjes – Haarlems schönstes Geheimnis
Kaum eine andere niederländische Stadt besitzt so viele historische Hofjes wie Haarlem. Hinter schlichten Holztüren verbergen sich grüne Innenhöfe, kleine Häuser und gepflegte Gärten – wahre Oasen der Ruhe mitten im Stadtzentrum.
Diese Hofjes entstanden bereits ab dem Mittelalter als soziale Wohnanlagen für ältere oder alleinstehende Frauen und werden teilweise bis heute bewohnt.
Zu den schönsten gehört das Teylers Hofje, dessen gepflegter Garten und symmetrische Architektur einen eindrucksvollen Einblick in die Geschichte dieser besonderen Wohnform geben.
Nicht weniger sehenswert ist das Hofje van Bakenes, das bereits 1395 gegründet wurde und damit als ältestes erhaltenes Hofje der Niederlande gilt. Wer durch das schmale Eingangstor tritt, vergisst für einen Moment völlig den Trubel der Stadt.
Gerade diese versteckten Orte machen Haarlem zu einer Stadt, die man nicht einfach nur besichtigt, sondern entdeckt.
Das älteste Museum der Niederlande
Nur wenige Gehminuten entfernt befindet sich mit dem Teylers Museum ein weiteres kulturelles Highlight. Es wurde bereits 1784 eröffnet und gilt als das älteste Museum der Niederlande.
Haarlem schmeckt – eine Stadt für Genießer
In den vergangenen Jahren hat sich Haarlem zu einer der spannendsten Genussdestinationen der Niederlande entwickelt. Besonders rund um Botermarkt, Oude Groenmarkt, Warmoesstraat, Gierstraat und Kleine Houtstraat reiht sich ein kulinarischer Geheimtipp an den nächsten. Kleine Kaffeeröstereien, traditionelle Bäckereien, Feinkostläden, Käsegeschäfte und Weinhandlungen prägen das Straßenbild und laden dazu ein, regionale Spezialitäten zu entdecken.
Ein absolutes Muss ist dabei eine Verkostung des Nieuwe Hollandse Haring. Auf dem Grote Markt oder an einem der traditionellen Fischstände wird der junge Matjeshering klassisch mit fein gehackten Zwiebeln und Gewürzgurken serviert. Für viele Niederländer gehört diese Spezialität zum Sommer wie Spargel oder Erdbeeren in Deutschland. Wer sich traut, probiert den Hering ganz traditionell am Schwanz haltend – oder genießt ihn ganz entspannt als Filet im Brötchen.
Auch die Weinliebhaber kommen nicht zu kurz
Nur wenige Schritte vom Zentrum entfernt befindet sich mit Wijnhandel Okhuysen eine der renommiertesten Weinhandlungen der Niederlande.
Das Familienunternehmen besteht seit 1867 und zählt zu den bekanntesten Weinimporteuren des Landes. Besonders beeindruckend ist der historische Weinkeller, in dem seit Generationen hochwertige Weine aus Frankreich, Deutschland, Italien und vielen weiteren Weinregionen lagern. Wer sich für Wein interessiert, sollte hier unbedingt vorbeischauen – allein die Atmosphäre des historischen Kellers ist einen Besuch wert.



Ruhiges Haarlem
Nieuwe Hollandse Hering am Groote Markt probieren
Weinhandlung Okhuysen mit historischem Keller
Haarlem vom Wasser erleben
Eine der schönsten Möglichkeiten, Haarlem kennenzulernen, ist ein Perspektivwechsel aufs Wasser. Während sich viele Besucher ausschließlich durch die Altstadt treiben lassen, zeigt sich die Stadt von ihren Grachten und Kanälen noch einmal von einer ganz anderen Seite.
Mit den stilvollen Booten von Luxesloepen Haarlem geht es gemütlich über die historischen Wasserwege vorbei an prächtigen Kaufmannshäusern, alten Lagergebäuden und kleinen Brücken, die vom Wasser aus oft noch beeindruckender wirken als zu Fuß. Besonders angenehm: Die Touren können auf Wunsch mit einem liebevoll zubereiteten Lunch kombiniert werden. So wird die Bootsfahrt nicht nur zu einer Stadtbesichtigung, sondern zu einer entspannten Genussreise durch Haarlem.



Gerade an sonnigen Tagen gehört eine Grachtenfahrt deshalb zu den schönsten Erlebnissen der Stadt und zeigt einmal mehr, warum Haarlem häufig als die entspanntere Alternative zu Amsterdam gilt.
Mehr Informationen:
https://luxesloepenhaarlem.nl
Hoch hinaus in der KoepelKathedraal
Während die meisten Besucher automatisch die St.-Bavo-Kirche auf dem Grote Markt ansteuern, zählt die KoepelKathedraal Haarlem für viele Einheimische zu den beeindruckendsten Bauwerken der Stadt. Die monumentale Kathedrale, offiziell Kathedrale Basiliek Sint Bavo, gehört zu den bedeutendsten Kirchen Europas, die zwischen 1850 und 1950 errichtet wurden. Mit ihren mächtigen Kuppeln, kunstvollen Mosaiken und farbenprächtigen Glasfenstern ist sie ein architektonisches Meisterwerk.
Ein besonderes Highlight ist die sogenannte „Klim door de Tijd“-Tour. Über rund 250 Stufen – je nach Tour werden etwa 254 Stufen gezählt – führen schmale Wendeltreppen hinauf durch Gewölbe, Glockenstube und historische Dachkonstruktionen bis in den Turmbereich der Kathedrale. Oben angekommen eröffnet sich ein spektakulärer Blick über Haarlem bis hin zu den Dünen und der Nordsee. Der Aufstieg ist durchaus sportlich, wird aber mit einem der schönsten Panoramen der gesamten Region belohnt.



Mehr Informationen:
https://koepelkathedraal.nl
Ein Wahrzeichen am Ufer der Spaarne
Bevor der Tag in Haarlem zu Ende geht, lohnt sich noch ein kurzer Abstecher zur Molen De Adriaan (Bild am Anfang des Artikels). Die markante Windmühle erhebt sich direkt am Fluss Spaarne und gehört zu den bekanntesten Wahrzeichen der Stadt. Ursprünglich wurde sie 1779 erbaut, nach einem verheerenden Brand originalgetreu rekonstruiert und beherbergt heute ein kleines Museum. Bei einer Führung geht es über mehrere steile Treppen bis auf die Galerie der Mühle. Von dort eröffnet sich ein wunderschöner Blick über die Dächer Haarlems und den Fluss – ein perfekter Ort für ein Erinnerungsfoto und ein stimmungsvoller Abschluss eines Tages voller Geschichte und Genuss.
Dinner über den Dächern der Stadt
Den perfekten Abschluss eines Tages in Haarlem bildet das DeDAKKAS.
Das nachhaltige Rooftop-Restaurant befindet sich auf dem Dach eines Parkhauses und zählt zu den außergewöhnlichsten Restaurants der Niederlande. Von der großzügigen Terrasse reicht der Blick über die Dächer Haarlems bis zu den Dünen der Nordsee. Gekocht wird mit saisonalen Zutaten regionaler Produzenten, ergänzt durch Naturweine, lokale Biere und kreative vegetarische Gerichte. Wer Haarlem kulinarisch erleben möchte, findet hier den perfekten Ort, um den Tag bei Sonnenuntergang ausklingen zu lassen.
Craft Beer gehört zu Haarlem
Neben Wein besitzt Haarlem auch eine lebendige Craft-Beer-Szene. Die bekannteste Adresse ist die Jopenkerk – eine ehemalige Kirche, die heute Brauerei, Restaurant und Treffpunkt zugleich ist.
Hier entstehen die preisgekrönten Jopen-Biere direkt hinter der Bar. Besucher können verschiedene Sorten probieren, an Beer-Food-Pairings teilnehmen oder einfach die besondere Atmosphäre der ehemaligen Kirche genießen. Jopen hat maßgeblich dazu beigetragen, Haarlem als eine der spannendsten Bierstädte der Niederlande zu etablieren.
Tipp: Im DeDAKKAS findet ihr eine umfassende regionale Craft Beer Karte. Also unbedingt probieren!






Stilvoll übernachten im Metzlr House
Nur wenige Gehminuten entfernt liegt das Metzlr House, ein Designhotel auf dem ehemaligen Gelände der historischen Koepelgevangenis. Das Boutiquehotel verbindet denkmalgeschützte Architektur mit modernem Interieur und bildet den idealen Ausgangspunkt, um Haarlem zu Fuß zu erkunden. Die Zimmer sind schnuckelig und beim Frühstück kann man aus verschiedenen á la carte Optionen wählen.
Insiderwissen: Das Hotel und der dazugehörige Kuppelbau dienten früher als Gefängnisanlage. Heute wird ein Teil der Anlage als Hotel und Restaurant genutzt, der Teil mit der Kuppel – sehr beedindruckend – dient als modernes Mehrzweck Gebäude. Unter anderem befinden sich Büroräume und ein Kino im Gebäude. Spannend: Ein Nachbau der Gefängniszelle von der Freiheitskämpferin Hanne Schaft befindet sich ebenfalls hier.






Weitere Informationen zu allen Spots:
https://www.visithaarlem.com
Tag 1 – Haarlem – Timetable:
- Vormittag: Bummel durch die Altstadt und die vielen schönen Gassen | Hofjes | Windmühle | Nieuwe Hering probieren am Groote Markt
- Mittag: Bootsfahrt mit Lunch
- Nachmittag: De Koepelkathedraal mit atemberaubender Aussicht | evtl. Teylers Museum oder Craft Bier Brauerei
- Abend: Dinner und Drinks mit Aussicht im De DAKKAS
Tag 2 – Die Zaanstreek – Wo Windmühlen, Schokolade und Handwerkskunst die niederländische Geschichte prägten
Nur wenige Bahnminuten nördlich von Amsterdam verändert sich das Landschaftsbild schlagartig. Moderne Stadtviertel weichen grünen Holzhäusern, schmalen Wasserwegen und den charakteristischen Windmühlen, die seit Jahrhunderten das Bild der Zaanstreek prägen. Was heute zu den beliebtesten Ausflugszielen rund um Amsterdam zählt, war einst das wirtschaftliche Herz der Niederlande.
Bereits im 17. Jahrhundert entwickelte sich die Region entlang des Flusses Zaan zur ersten industriellen Landschaft Europas. Mehr als 1.000 Windmühlen mahlten Gewürze, sägten Holz für den Schiffbau, produzierten Farben oder pressten Speiseöl. Die Nähe zum Wasser, der stetige Wind und der florierende Handel der Vereinigten Ostindischen Kompanie machten die Zaanstreek zu einem Motor des niederländischen Goldenen Zeitalters. Noch heute begegnet man dieser Geschichte auf Schritt und Tritt – allerdings längst nicht nur in Museen.
Zaandam – Tradition trifft moderne Architektur
Der perfekte Ausgangspunkt für die Region ist Zaandam. Schon beim Verlassen des Bahnhofs fällt der Blick unweigerlich auf das spektakuläre Inntel Hotels Amsterdam Zaandam. Seine Fassade besteht aus nahezu 70 übereinandergestapelten traditionellen Zaan-Häusern und verbindet auf spielerische Weise regionale Architektur mit modernem Design. Längst ist das Hotel selbst zu einem Wahrzeichen der Stadt geworden.
👉 https://www.inntelhotelsamsterdamzaandam.nl


Tipp für Foodies: Bucht euch unbedingt ein Zimmer zum Thema ‚Food‘. Es gibt verschiedene coole Themenzimmer zu regionalen Produkten – von Schokolade bis Senf. Mein Zimmer stand unter dem Motto ‚Schokolade‘ – wie passend!
Das Hotel verfügt auch über einen Swimmingpool und ein kleines Spa. Das Frühstücksbuffet lässt keine Wünsche offen. Sogar den beliebten Hagelslag gibt es hier leinen Pakungen. Hagelslag gehört in den Niederlanden seit Generationen zum Frühstück: Die feinen Schokoladenstreusel werden traditionell auf eine mit Butter bestrichene Scheibe Brot gestreut und sind bei Kindern wie Erwachsenen gleichermaßen beliebt. Wer ein typisch niederländisches Frühstück erleben möchte, sollte diesen süßen Klassiker unbedingt einmal probieren.



Vom Hotel aus erreicht man die meisten Sehenswürdigkeiten bequem mit dem Fahrrad, dem Bus oder sogar zu Fuß.
Die Zaanse Schans – Mehr als das berühmteste Postkartenmotiv der Niederlande
Wer Bilder der Niederlande im Kopf hat, denkt meist zuerst an die Zaanse Schans. Tatsächlich gehört sie zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten des Landes. Doch wer früh am Morgen oder außerhalb der Hauptsaison kommt, erlebt einen Ort, der weit mehr ist als eine Kulisse für Erinnerungsfotos.
👉 https://www.dezaanseschans.nl
Zwischen historischen Holzhäusern, Werkstätten und funktionierenden Windmühlen wird Geschichte lebendig. Anders als in vielen Freilichtmuseen wird hier noch gearbeitet: Handwerker fertigen traditionelle Holzschuhe, Senf wird nach alten Rezepten hergestellt und in den Windmühlen wird teilweise bis heute produziert.
Gerade diese Mischung aus lebendigem Handwerk und gelebter Geschichte macht den besonderen Reiz der Zaanse Schans aus.



Albert Heijn und Verkade – Zwei Marken, die in der Zaanstreek Geschichte schrieben
Kaum eine Region der Niederlande ist so eng mit der Lebensmittelproduktion verbunden wie die Zaanstreek.
Im Albert Heijn Museum beginnt die Geschichte des wohl bekanntesten Supermarktes des Landes. Aus einem kleinen Kolonialwarenladen entwickelte sich hier eine Marke, die heute aus dem niederländischen Alltag nicht mehr wegzudenken ist.
👉 https://www.ah.nl/over-ah/museum



Nur wenige Schritte weiter erzählt das Zaans Museum die Geschichte der Region – von den Windmühlen bis zur Industrialisierung. Besonders spannend ist die Verkade Experience, die Besucher in eine originalgetreu rekonstruierte Schokoladen- und Keksfabrik entführt. Historische Maschinen, nostalgische Verpackungen und der Duft von Kakao machen deutlich, wie eng die Zaanstreek mit der niederländischen Genusskultur verbunden ist.
Tipp: Plant für das Zaans Museum mindestens ein bis zwei Stunden ein. Die Kombination aus Regionalgeschichte und Verkade Experience ist deutlich abwechslungsreicher, als der Name zunächst vermuten lässt. Die leckeren Kekse gibts natürlich auch alle dort zu kaufen.



De Zoeker – Windkraft zum Anfassen
Ein echtes Highlight der Zaanse Schans ist der Besuch der historischen Ölmühle De Zoeker.
Viele Windmühlen dürfen zwar besichtigt werden – doch nur wenige bieten ein so intensives Erlebnis.
Der Mitarbeiter der Ölmühle hat uns alle Schritte der Ölherstellung genau gezeigt. Leider konnte bei unserem Besuch kein Öl live hergestellt werden, da der Wind leider zu schwach war. War trotzdem sehr interessant den Prozess live zu sehen.



Über mehrere steile Holztreppen geht es bis hinauf auf die umlaufende Galerie direkt unter den mächtigen Flügeln der Windmühle. Erst dort wird deutlich, welche gewaltigen Dimensionen diese Bauwerke tatsächlich haben. Die Flügel drehen sich nur wenige Meter entfernt, der Wind pfeift über die Plattform und der Blick reicht weit über die Zaanse Schans und die umliegenden Wiesen. Ein beeindruckender Moment, der eindrucksvoll zeigt, welche Kraft die Windmühlen über Jahrhunderte für die Region hatten.
Im Inneren arbeitet die Mühle noch heute nahezu wie vor Jahrhunderten. Zahnräder, Presswerke und mächtige Holzkonstruktionen werden ausschließlich durch Windkraft angetrieben und pressen Öl aus Saaten – ein faszinierendes Beispiel dafür, wie innovativ die Niederlande bereits im 17. Jahrhundert waren.
👉 https://www.dezaanseschans.nl/locaties/de-zoeker/
Mittagessen in der lokalen Brauerei
Nach den Eindrücken der Zaanse Schans bietet sich eine genussvolle Pause in der Bierbrouwerij Hoop in Zaandijk an. Die lokale Brauerei ist zu Fuß aus in ca. 10 Minuten erreichbar. Der Weg führt durch ein wunderhübsches Sträßchen, vorbei an den typischen, grünen Häusern und einem Skulpturengarten.




Die Küche serviert unkomplizierte, moderne Gerichte von Burgern und Salaten bis hin zu Fleisch- und Fischgerichten – perfekt für eine entspannte Mittagspause. Dazu sollte natürlich unbedingt eines der selbstgebrauten Biere ins Glas: Die hauseigene Brauerei bietet verschiedene Sorten und macht das Lunch-Erlebnis zu einem typisch genussvollen Zwischenstopp in der Zaanstreek.
👉 Brouwerij Hoop – Hoop doet Eten
Kakao liegt in der Luft
Wer die Zaanstreek besucht, wird früher oder später den Duft von Kakao wahrnehmen. Kein Wunder: Die Region zählt seit Generationen zu den bedeutendsten Zentren der Kakao- und Schokoladenverarbeitung in Europa.
Wie aus hochwertigen Kakaobohnen feine Schokolade entsteht, zeigt Smells Like Chocolate im idyllischen Zaandijk.

👉 https://smellslikechocolate.nl
Schon das kleine Café mit angeschlossenem Laden lädt zum Verweilen ein. Hier werden hausgemachte Schokoladenspezialitäten, Gebäck und kreative Getränke serviert – darunter eine herrlich cremige Iced Chocolate, die besonders an warmen Sommertagen kaum besser schmecken könnte.



Der eigentliche Höhepunkt wartet jedoch hinter den Kulissen.
Gemeinsam mit den Chocolatiers von Kin & Co, der angeschlossenen Schokoladenwerkstatt, erhalten Besucher einen spannenden Einblick in die Welt der handwerklichen Pralinenherstellung. Statt nur zuzusehen, wird selbst Hand angelegt: Unter fachkundiger Anleitung entstehen Schritt für Schritt die ersten eigenen Pralinen. Vom Befüllen der Formen bis zur Dekoration zeigt sich schnell, wie viel Präzision und Fingerspitzengefühl hinter einer guten Praline stecken.
Ob daraus gleich eine zweite Karriere als Patissier wird, sei einmal dahingestellt – Spaß macht der Workshop aber garantiert. Gerade diese Mischung aus Genuss, Handwerk und Mitmachen macht den Besuch zu einem der persönlichsten Erlebnisse des gesamten Roadtrips.




Dinnertime: Regional genießen am Wasser
Nach einem Tag voller Geschichte und Handwerkskunst bildet das Restaurant Verrassing aan de Zaan den perfekten kulinarischen Abschluss.






Direkt am Fluss Zaan, ca. 10 Gehminuten vom Hotel entfernt, verbindet das Restaurant saisonale Zutaten aus der Region mit internationalen Einflüssen und moderner Kochkunst. Statt klassischer niederländischer Küche entstehen kreative Gerichte, die regionale Produkte neu interpretieren – begleitet von passenden Weinen oder regional gebrauten Bieren. Einige Gerichte muten tatsächlich eher wie kleine Kunstwerke an.
👉 https://verrassingaandezaan.nl
Tag 2 – Zaan Region – Timetable:
- Vormittag: Frühstück im Inntel Hotel Amsterdam Zaandam | Zaanse Schans mit Albert Heijn Museum & Zaans Museum mit der Verkade Experience | Besuch in der De Zoeker Mühle
- Mittag: Lunch in der Brouwerij Hoop
- Nachmittag: Besuch im Café & Shop von Smellslikechocolate & Pralinenworkshop bei Kin&Co.
- Abend: Dinner und Drinks an der Zaan im Verrassing aan de Zaan
Weitere Informationen zu allen Spots:
👉 https://www.zaans.nl
Tag 3: Amsterdam – Der perfekte Abschluss eines Roadtrips durch die Amsterdam Region
Nach zwei Tagen voller Geschichte, Genuss und kleiner Entdeckungen bilden die Grachten Amsterdams den perfekten Abschluss dieses Roadtrips. Obwohl die niederländische Hauptstadt zu den meistbesuchten Städten Europas gehört, gelingt es ihr immer wieder, Besucher mit ihrer besonderen Atmosphäre in den Bann zu ziehen.

Zwischen schmalen Grachtenhäusern, historischen Brücken und unzähligen Fahrrädern zeigt sich Amsterdam von seiner entspannten Seite. Am schönsten lässt sich die Stadt deshalb gar nicht mit einer langen To-do-Liste erkunden, sondern einfach zu Fuß. Mal führt der Weg entlang der berühmten Grachten des Grachtengürtels, mal durch kleine Seitenstraßen mit individuellen Boutiquen, Galerien und gemütlichen Cafés. Gerade abseits der großen Besucherströme offenbart Amsterdam seinen ganz eigenen Charme.
Amsterdam schmeckt – Kleine Klassiker mit großer Tradition
Wer durch Amsterdam spaziert, wird ihnen früher oder später begegnen: den typisch niederländischen Snackautomaten.
Fast an jeder größeren Straße laden die bekannten Automaten dazu ein, rund um die Uhr warme Snacks zu probieren. Hinter kleinen Klappen warten Spezialitäten wie Bitterballen, Kroketten, Frikandel oder Kaassoufflé darauf, direkt auf die Hand gekauft zu werden. Was zunächst etwas ungewöhnlich wirkt, gehört in den Niederlanden längst zum Alltag.


Vor allem die Bitterballen sollte man unbedingt probieren. Die kleinen, knusprig frittierten Kugeln sind mit einer cremigen Ragoutfüllung aus Rindfleisch gefüllt und werden traditionell mit Senf serviert. Zugegeben – geschmacklich sind sie nicht jedermanns Sache. Manche lieben sie sofort, andere brauchen vielleicht einen zweiten Versuch. Genau deshalb gehören sie aber einfach zu einem authentischen Besuch in den Niederlanden dazu.
Zeit für eine Pause an den Grachten
Mindestens genauso typisch wie Bitterballen ist eine kleine Auszeit in einem der unzähligen Cafés oder Bars entlang der Grachten.
Ob ein frisch gezapftes niederländisches Bier, ein aromatischer Kaffee oder ein Glas Jenever – der traditionelle Wacholderschnaps gilt als Vorläufer des heutigen Gins und gehört seit Jahrhunderten zur niederländischen Trinkkultur. Besonders an einem sonnigen Nachmittag gibt es kaum einen schöneren Ort, um das lebendige Treiben auf den Grachten zu beobachten und den Roadtrip entspannt ausklingen zu lassen.



Süße Versuchung: Stroopwafels
Kein Besuch in Amsterdam wäre komplett ohne eine frisch zubereitete Stroopwafel.
Die niederländische Spezialität besteht aus zwei hauchdünnen Waffeln, die mit einer warmen Füllung aus Sirup, Butter und Karamell verbunden werden. Besonders frisch vom Markt oder aus einer traditionellen Bäckerei schmecken Stroopwafels unvergleichlich besser als die abgepackten Varianten aus dem Supermarkt. Außen leicht knusprig, innen angenehm weich und karamellig – eine süße Versuchung, der kaum jemand widerstehen kann.
Süße Klassiker entdecken: Neben Stroopwafels lohnt sich auch ein Blick in die Auslagen niederländischer Bäckereien. Dort warten häufig die typisch Roze Koeken – weiche Rührkuchen mit ihrer unverwechselbaren rosa Zuckerglasur. Einfach, nostalgisch und bei den Niederländern bis heute unglaublich beliebt.


Ein fast vergessenes Architekturjuwel
Natürlich gehören das Rijksmuseum, die Grachten oder der Dam zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Wer jedoch auch die weniger bekannten Ecken entdecken möchte, sollte einen Blick in das Magna Plaza werfen.
Das ehemalige Hauptpostamt aus dem späten 19. Jahrhundert zählt zu den beeindruckendsten Gebäuden Amsterdams. Während die neugotische Fassade bereits von außen beeindruckt, entfaltet das Gebäude seine ganze Schönheit erst im Inneren. Hohe Gewölbe, elegante Galerien, kunstvolle Verzierungen und historische Treppenhäuser verleihen dem ehemaligen Postgebäude eine beinahe palastartige Atmosphäre.

Obwohl heute noch einige Geschäfte im Gebäude untergebracht sind, wirkt das Magna Plaza überraschend ruhig und stellenweise fast verlassen. Gerade dadurch lässt sich die außergewöhnliche Architektur ganz ohne Menschenmassen genießen – ein kleiner Geheimtipp mitten im Zentrum.
Tag 3 – Amsterdam genießen
- Spaziergang durch den Grachtengürtel
- Dam & Umgebung
- Magna Plaza
- Stroopwafel probieren
- Bitterballen aus dem Automaten testen
- Kaffee, Bier oder Jenever an den Grachten
- Heimreise über Amsterdam Schiphol
Weitere Informationen zu allen Spots:
👉 https://www.iamsterdam.com
Travel Foodies Fazit
Wer die Amsterdam Region ausschließlich auf die niederländische Hauptstadt reduziert, verpasst einen großen Teil dessen, was diese Region so besonders macht.
Haarlem begeistert mit historischem Charme, versteckten Hofjes und einer überraschend vielseitigen Genusslandschaft. Die Zaanstreek verbindet eindrucksvoll Industriekultur, Windmühlen und handwerkliche Genussmanufakturen. Amsterdam schließlich bildet mit seinen Grachten, seiner einzigartigen Architektur und seiner lebendigen Gastronomieszene den perfekten Abschluss.
Das Beste daran: Dank der hervorragend ausgebauten Bahnverbindungen lässt sich die gesamte Reise bequem und nachhaltig ohne Auto unternehmen. So entsteht ein Roadtrip, der eigentlich keiner sein muss – und gerade deshalb so entspannt ist.
Travel Foodies Tipps auf einen Blick
🏨 Unsere Hotels
- Metzlr House, Haarlem
- Inntel Hotels Amsterdam Zaandam
🍴 Unsere Restaurant-Highlights
- DeDAKKAS (Haarlem)
- Verrassing aan de Zaan (Zaandam)
- Brouwerij Hoop (Zaandijk)
🍷 Unsere Genuss-Highlights
- Lunch Bootsfahrt in Haarlem
- Nieuwe Hollandse Haring
- Wijnhandel Okhuysen
- Smells Like Chocolate & Kin & Co
- Stroopwafels & Roze Koeken
- Bitterballen
- Lokales Craft-Beer
🏛️ Unsere Kultur-Highlights
- Teylers Museum Haarlem
- Die Haarlemer Hofjes
- De Zoeker (Zaanse Schans)
- Zaanse Schans mit Albert Heijn Museum
- Zaans Museum / Verkade Experience
- Amsterdamer Grachten & Magna Plaza
Transparenz
Der Beitrag zu diesem Roadtrip entstand auf Einladung von Amsterdam & Partners https://www.iamsterdam.com/en/amsterdam-and-partners. Unsere persönliche Meinung sowie sämtliche Empfehlungen wurden hiervon nicht beeinflusst. Wir berichten ausschließlich über Orte und Erlebnisse, die wir selbst besucht und erlebt haben!
Weiterführende Informationen – Follow
@visithaarlem @zaans.nl @iamsterdam #amsterdamarea
Noch mehr kulinarische Spezialitäten entdecken
Von Bitterballen über Stroopwafels bis hin zu Jenever – die niederländische Küche hat deutlich mehr zu bieten, als viele vermuten.
Welche Spezialitäten man während einer Reise durch die Niederlande außerdem unbedingt probieren sollte, haben wir in unserem ausführlichen Beitrag „Niederlande – Diese Spezialitäten solltest du unbedingt probieren“ zusammengestellt. Dort findest du weitere Klassiker, regionale Besonderheiten und viele kulinarische Tipps für deinen nächsten Urlaub.

